
Wie jedes Jahr beginnt in den Bienenvölkern im Spätsommer ein gnadenloser Prozess – die sogenannte Drohnenschlacht. Für die männlichen Bienen – die Drohnen – bedeutet dies einen Überlebenskampf, den sie in der Regel verlieren.
Auch für uns ist es immer wieder spannend zu beobachten, wie die kleinen, dicken, gemütlichen, stachellosen Jungs vor die Tür geschoben werden. Den Startschuss dieser kollektiven Reaktion wird wahrscheinlich durch den jahreszeitlichen Wandel, den Nektarmangel, sowie hormonelle und pheromonale Veränderungen ausgelöst.
Aber warum werden die Drohnen überflüssig? Ihre zentrale Aufgabe ist die Begattung der Jungköniginnen anderer Völker. Nach Ende der Schwarmzeit werden allerdings keine neuen Jungköniginnen mehr benötigt. Außerdem endet der Futterstrom im Spätsommer. Die Arbeiterinnen konzentrieren sich jetzt auf die Versorgung der Winterbienen mit Königin und die Anlage der Wintervorräte. Die Drohnen, die ja weder Nektar noch Pollen sammeln, werden als überflüssige Mitesser zur Belastung. Jetzt entziehen ihnen die Arbeiterinnen in einem ersten Schritt zunächst das Futter und verweigern ihnen den Zugang zu den Honigvorräten. Die so geschwächten Bienen, können nun von den viel zierlicheren Arbeiterinnen zunächst in die Ecke gedrängt und letztendlich aus dem Flugloch geschoben werden. Draußen überleben sie nur wenige Tage und verhungern schließlich. Sie dienen dann noch als wertvolle Eiweißquelle für andere Tiere.
Evolutionär bedeutet die Drohnenschlacht eine Überlebensstrategie des Bienenvolkes. Durch das Ausschalten der Nahrungskonkurrenz, die die Drohnen darstellen, steigt die Chance, dass die Winterbienen mit ihrer Königin die nun kommenden kalten Monate besser überstehen. Somit ist dieser brutale Vorgang essenziell für den Fortbestand des Volkes.
Erst im Frühjahr, wenn erneut die Reproduktionsphase des Volkes beginnt, ist wieder Platz für neue männliche Mitbewohner.