Bienenwachs – das goldene Multitalent aus dem Bienenstock.
Die Bienen liefern ihre Verpackung für den Honig gleich mit. Wann der Mensch allerdings auf die Idee kam Honig und Wachs zu trennen, ist nicht überliefert. Im mitteleuropäischen Kulturraum besaß Bienenwachs früher eine hohe Bedeutung als Siegelmaterial und als Stoff für Kerzen. Dies war auch der Grund, dass viele Klöster sich der Bienenhaltung widmeten. Damit konnten sie ihren eigenen Wachsbedarf abdecken.
Die Bienen scheiden Wachs an der Unterseite des Hinterleibes aus den Wachsdrüsen aus. Bei hohen Temperaturen läuft die Wachsproduktion auf Hochtouren. Dann fließt das Baumaterial am besten. Etwa 100 Baubienen werden benötigt um den Wachs für eine einzige Zelle herzustellen. Allerdings sind sie nicht die einzigen Wachsproduzenten der Natur. Auch Hummeln, Blattläuse und manche Pflanzen produzieren Wachs oder wachsähnliche Produkte.
Heute findet Bienenwachs häufig Anwendung als Überzugsmittel für Süßwaren, Schokolade und Knabbereien bzw. zur Oberflächenbehandlung von Obst und Früchten. Dies verhindert das Zusammenkleben und verlängert die Haltbarkeit bei wasserhaltigen Lebensmitteln.
Im Bereich der Heilkunde diente Bienenwachs über viele Jahrhunderte als Grundlage für Salben und Pflaster. Seine antiseptischen und antibakteriellen Eigenschaften qualifizierten ihn besonders dafür. Diese entzündungshemmenden Eigenschaften und die im Wachs enthaltenen Spuren von Pollen und Propolis wirken bei Erkrankungen der Atemwege. Vitamin A als Inhaltsstoff des Wachses sorgt für eine weiche und glatte Haut. Deshalb ist Bienenwachs auch häufig in Seifen und Pflegeprodukten enthalten.

