Frühjahr
Nun sind die Kronen der Obstbäume dicht mit schneeweißen und rosa Blüten übersät. Die zarten Blütenblätter bilden eine Krone um den feinen Kranz aus Staubblättern und dem Fruchtblatt. Die Biene, welche die Blüte besucht, streckt schon in der Luft ihren dunklen Rüssel aus. Mit diesem saugt sie den Blütennektar in ihren Honigmagen. Dieser ist erst nach etwa 200 Blüten richtig voll. Gleichzeitig löst ihr Körper den Blütenstaub. Sie bepudert sich damit und schiebt ihn später an die Hinterbeine in die Pollenkörbchen. Schon krabbelt sie zu einer anderen Blüte, streift dabei das Fruchtblatt und erbringt dabei ihre wichtigste Leistung für uns- die Bestäubung. Sie bleiben dabei immer einer Blütenart treu, solange diese blüht. Dies ist ziemlich entscheidend für die Bestäubung, da ja der Blütenstaub des Apfelbaumes nicht zu den Blüten des Kirchbaumes zum Beispiel passt.
Zwischendurch fliegt sie immer wieder schwer beladen zum Bienenstock, lädt den Nektar und Pollen ab. Im Stock geben sich die Arbeiterinnen den Nektar von Rüssel zu Rüssel. Dabei wird er immer etwas umgewandelt, bis er zu Honig wird. Den halbreifen Honig lassen sie in unverdeckelten Zellen weiter trocknen. Erst wenn der eingedickte Honig weniger als ein Fünftel Wasser enthält, werden die Zellen mit einem wasserdichten Wachsdeckel verschlossen. Dies ist dann auch für uns das Zeichen zur Honigernte.
